200 Jahre Bahá’u’lláh

Im Zusammenhang mit den weltweiten Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Geburt Bahá’u’lláhs, des Stifters des Bahá’ítums, wurde auch ein Film veröffentlicht. Unter dem Titel „Light to the World. Licht für die Welt“ werden auf bewegende Weise Leben und Wirkung Bahá’u’lláhs nahegebracht. Dieser Film (51 min, teilsynchronisiert und mit deutschen Untertiteln) kann durch Anklicken des Bildes oder unter dem folgenden Link aufgerufen werden: https://youtu.be/xuRYbVotROY

Die weltweiten Feierlichkeiten sind auf einer eigenen Webseite https://bicentenary.bahai.org/ dokumentiert: dort findet sich auch ein Mitschnitt eines Konzerts des Akkordeonchorchesters Langenhain sowie einer Andacht unter Beteiligung des Kammerchors Hessische Singgemeinschaft:

Weitere Informtionen zu Bahá’u’lláh und Seinem Anspruch, Überbringer einer göttlichen Botschaft zu sein, finden Sie hier.

Die Religion Gottes und Sein göttliches Gesetz sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, dass das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht. – Bahá’u’lláh

Bahá’u’lláh, geboren 1817, ist der Träger einer neuen Offenbarung Gottes für die Menschheit und Stifter eines weltumspannenden Glaubens, der im neunzehnten Jahrhundert seinen Anfang nahm. In Seinen umfassenden Schriften schuf Bahá’u’lláh einen Rahmen für die Entwicklung einer globalen Kultur, die sowohl die geistigen als auch die materiellen Dimensionen menschlichen Lebens umfasst. Die göttlich offenbarten Prinzipien, erklärt Bahá’u’lláh, »sind die machtvollsten Werkzeuge und die sichersten Mittel dafür, dass das Licht der Einheit zwischen den Menschen anbricht.« Für Seine Botschaft ertrug Er aus Liebe zu Gott und der Menschheit vierzig Jahre Gefangenschaft, Verfolgung und Verbannung.

Bahá’u’lláhs Schau von der Menschheit als einem Volk und der Erde als einem Land wurde von den damaligen Führern der Welt missachtet. Seine Lehren jedoch verbreiteten sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts weltweit und setzten einen unaufhaltsamen Prozess individuellen und sozialen Wandels in Gang.

Heute vereint die Bahá’í-Gemeinde Menschen jeder ethnischen, kulturellen, sozialen und religiösen Herkunft. In diesem Jahr werden an abertausenden Orten und in jedem Land der Welt Bahá’í in zahllosen Feierlichkeiten gemeinsam mit vielen Gästen das zweihundertjährige Jubiläum der Geburt Bahá’u’lláhs begehen und des Moments gedenken, da ein in der Schöpfung einzigartiges Wesen, eine Manifestation Gottes, in diese Welt hineingeboren wurde.

Bahá’u’lláh hat in Seinen Schriften Religion als Hauptantriebskraft für die Entwicklung menschlichen Bewusstseins und für eine ständig fortschreitende Kultur beschrieben. So betrachtet ist die Absicht der aufeinander folgenden Offenbarungen Gottes im Verlauf der Geschichte die schrittweise Entwicklung der Menschheit entsprechend ihren ständig wachsenden Möglichkeiten und ihrer zunehmenden Verantwortung als Treuhänder der Schöpfung. Ist es angesichts der Nöte und Herausforderungen unserer heutigen Welt nicht Zeit für eine grundlegende geistige und soziale Erneuerung? Vor diesem Hintergrund ist jeder eingeladen, sich mit der Entstehungsgeschichte und der Botschaft Bahá’u’lláhs für unsere Zeit vertraut zu machen.

Einige kurze Kernzitate aus den Schriften Bahá’u’lláhs:

Mein Ziel ist kein anderes als die Besserung der Welt und die Ruhe ihrer Völker. Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.

Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger.

Schließt Eure Augen vor Entfremdung; sodann richtet euren Blick auf die Einheit. Haltet euch beharrlich an das, was der ganzen Menschheit Wohlfahrt und Ruhe bringt. Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt.

O Menschenkinder! Wisst ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen? Damit sich keiner über den anderen erhebe. Bedenket allzeit in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid.

Die Leitungsgremium der weltweiten Bahá’í-Gemeinde, das Universale Haus der Gerechtigkeit, schrieb in einer Botschaft um 200. Jahrestag der Geburt Bahá’u’lláhs u.a.:

Von früher Jugend an wurde Bahá’u’lláh von denen, die Ihn kannten, als Einer betrachtet, Der das Zeichen der Bestimmung trägt. Gesegnet mit einem heiligen Wesen und ungewöhnlicher Weisheit schien Er vom gütigen Licht des Himmels erleuchtet zu sein. Und doch musste Er vierzig Leidensjahre ertragen, darunter aufeinanderfolgende Verbannungen und mehrfache Kerkerhaft auf Befehl zweier despotischer Herrscher, Kampagnen, um Seinen Namen zu diffamieren und Seine Anhänger zu verdammen, Gewalt gegen Seine Person, schändliche Anschläge auf Sein Leben – all dies ertrug Er in Seiner grenzenlosen Liebe zur Menschheit bereitwillig, strahlend, geduldig und mit Erbarmen für Seine Peiniger. Auch die Enteignung von all Seinen irdischen Besitztümern beunruhigte Ihn nicht. Ein Beobachter mag sich wundern, weshalb Einer, Dessen Liebe für andere so vollkommen war, zur Zielscheibe derartiger Feindschaft gemacht wurde, zumal Er ansonsten Gegenstand allgemeinen Lobpreises und Bewunderns gewesen war, berühmt für Seine Güte und edle Gesinnung, und jeglichen Anspruch auf politische Macht von sich gewiesen hatte. Für jeden, der mit dem sich wiederholenden Muster der Geschichte vertraut ist, ist der Grund für Seine Leiden natürlich unverkennbar. Ohne Ausnahme hat seit jeher das Erscheinen einer prophetischen Gestalt in der Welt zu grimmiger Gegnerschaft seitens derjenigen geführt, in deren Händen die Macht lag. Aber das Licht der Wahrheit kann nicht ausgelöscht werden. Und so findet man im Leben dieser transzendenten Wesen Aufopferung, Heldenmut und, unter welchen Umständen auch immer, Taten, die Ausdruck Ihrer Worte sind. Genau dies ist in jeder Lebensphase Bahá’u’lláhs klar ersichtlich. Trotz aller Drangsal wurde Er niemals zum Schweigen gebracht, und Seine Worte behielten ihre überzeugende Kraft – Worte, die, gesprochen mit der Stimme der Einsicht, die Krankheiten der Welt diagnostizieren und das Heilmittel verschreiben; Worte, die der Gerechtigkeit Gewicht verleihen, Könige und Herrscher vor Kräften warnen, die sie letztlich von ihrem Thron hinwegfegen würden; Worte, die bewirken, dass die Seele des Menschen emporgehoben, von Ehrfurcht erfüllt und verwandelt wird, entschlossen, sich von den Dornen und dem Gestrüpp des Eigennutzes zu befreien; und Worte, die klar, fesselnd und eindringlich sind: „Diese Sache ist nicht von Mir sondern von Gott.“ Betrachtet man ein solches Leben, könnte man dann nicht fragen: Wenn dies nicht von Gott ist, was dann?

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