100. Todestag Abdu’l-Bahás

100. Jahrestag  des Hinscheidens ‘Abdu’l-Bahás

Am 27. November 2021 jährt sich das Hinscheiden ‘Abdu’l-Bahás zum hundertsten Mal. Die Hofheimer Bahá’í gedenken dieses Tages u.a. mit einer Mitternachtsandacht im Europäischen Bahá’í Haus der Andacht in Langenhain.

‘Abdu’l-Bahá war der älteste Sohn Bahá’u’lláhs, des Stifters der Bahá’í-Religion. Nach dem Hinscheiden seines Vaters (1892) war er testamentarisch berufen, die Bahá’í-Weltgemeinde zu führen und autorisiert, die Schriften Bahá’u’lláhs auszulegen. Er führte ein Leben im Dienst an der Menschheit und war bekannt und angesehen als Verfechter sozialer Gerechtigkeit und Botschafter internationalen Friedens:

„Ich heiße euch alle und jeden von euch, alles, was ihr im Herzen habt, auf Liebe und Einigkeit zu richten. Wenn ein Kriegsgedanke kommt, so widersteht ihm mit einem stärkeren Gedanken des Friedens. Ein Hassgedanke muss durch einen mächtigeren Gedanken der Liebe vernichtet werden.

Auf seinen Reisen durch Europa und Amerika besuchte er 1913 auch Stuttgart, Esslingen und Bad Mergentheim.

‘Abdu’l-Bahá wurde am 23. Mai 1844 in Teheran, im heutigen Iran, geboren. Von frühester Kindheit an erlebte er die religiöse Verfolgung der Anhänger des Báb, des Vorläufers von Bahá’u’lláh, und zusammen mit seiner Familie auch die mehrfache Verbannung: als 9jähriger nach Bagdad, 10 Jahre später nach Istanbul, Edirne und schließlich in die damalige ottomanische Gefängnisstadt Akkon in Palästina (heute: Israel). Während dieser Zeit wuchs ‘Abdu’l-Bahá zu einer unersetzlichen Stütze seines Vaters heran. Häufig trat er als Repräsentant Bahá’u’lláhs auf, wenn es um Kontakte zu offiziellen Stellen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ging. Nach zeitgenössischen Berichten beeindruckte seine Persönlichkeit einen jeden, der ihm begegnete. Die Einwohner Akkons schätzten sein unermüdliches Engagement für Arme und Kranke und priesen seine außergewöhnliche Dienstbereitschaft.

Als Bahá’u’lláh 1892 starb, war ‘Abdu’l-Bahá immer noch ein Gefangener des osmanischen Reiches. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, durch umfangreichen Briefwechsel die Geschicke der weltweit wachsenden Bahá’í-Gemeinde zu lenken und Gäste wie Pilger aus Ost und West zu empfangen.

Im Jahre 1908, nach der Jungtürkischen Revolution, erlangte er im Alter von 64 Jahren die Freiheit, die er nutzte, um ab 1910 die noch jungen Bahá’í-Gemeinden in Ägypten, Nordamerika und Europa zu besuchen. Er traf mit Menschen aller gesellschaftlichen Schichten zusammen: mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, mit Klerikern, Wissenschaftlern, Künstlern, Schriftstellern und Journalisten – aber auch mit Obdachlosen und Bedürftigen.

‘Abdu’l-Bahá weilte vom 1. bis 8. April 1913 in Stuttgart, besuchte Esslingen und Bad Mergentheim, dann Budapest und Wien, wo er unter anderen die spätere Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner empfing. Am 26. April 1913 kehrte er nochmals nach Stuttgart zurück und reiste am 1. Mai 1913 weiter nach Paris.

Viele der in Paris gehaltenen öffentlichen Ansprachen wurden aufgezeichnet und in Buchform veröffentlicht, darunter die sogenannten „Ansprachen in Paris“. Dort und in vielen anderen Büchern erläutert ‘Abdu’l-Bahá unter anderem die wichtigsten Grundsätze der Bahá’í-Religion, darunter den Abbau von Vorurteilen jeglicher Art, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion und die eigenständige Suche nach Wahrheit.

Immer wieder betonte ‘Abdu’l-Bahá, wie wichtig der Abbau der Extreme von Reichtum und Armut sei sowie die Inklusion von Minderheiten und die universelle Erziehung und Bildung für Jungen und Mädchen. Dadurch würden alle Menschen zur selbständigen Erforschung der Wirklichkeit befähigt werden.

1920 wurde er in Anerkennung der von ihm in den Kriegsjahren geleisteten humanitären Hilfe zum Ritter des Britischen Empire geschlagen. Im Folgejahr verstarb er nach einem langen, aufopferungsvollen Leben in Haifa. Seiner Beisetzung wohnten auch hohe Staatsbeamte und Oberhäupter der verschiedenen religiösen Gemeinschaften bei. Etwa 10.000 Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft trauerten um den Verlust des „Meisters“, wie sie ‘Abdu’l-Bahá respektvoll nannten.

Veranstaltungshinweise:

Freitag 26. und Samstag 27. November, im und auf dem Gelände des Bahá’í Hauses der Andacht in Langenhain:
Freitag ab 23.00 Uhr Rahmenprogramm und Samstag um 1.00 Uhr Gedenkandacht zur Todesstunde von ‘Abdu’l-Bahá
Samstag ab 16.00 Uhr: Laternenbasteln, 17:00 Uhr: Laternenumzug und um 17:30 Uhr: Kinderandacht

Am Sonntag, den 5. Dezember 2021 um 17:00 Uhr wird eine öffentliche Zoom-Filmvorführung über ‘Abdu’l-Bahá ausgestrahlt werden.

Abdu’l-Bahá (1844-1921)

Interessiert? Alle Aktivitäten finden Sie hier: kalender

Kontaktieren sie uns

Wir freuen uns von Ihnen zu hören, falls Sie eine Aktivität besuchen, mehr über den Bahá'í-Glauben erfahren, oder die Gemeinde kennenlernen wollen.